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Tobias Bischoff
Student | Kulturpädagogik

Keine Angst vor großen Namen

Tobias Bischhoff, Student der Kulturpädagogik am Fachbereich Sozialwesen

Viele Menschen träumen davon, ihr Hobby zum Beruf zu machen – und wachen dann in einer völlig anderen Arbeitsrealität auf. Eine Reihe von Faktoren muss zusammenpassen, damit der Traumjob auf Dauer glücklich macht – und im besten Fall auch Geld einbringt. Grundvoraussetzung ist, zu wissen wo man hin will und mindestens ebenso wichtig ist, bei der Verfolgung seiner Ziele die nötige Konsequenz an den zu Tag legen. So wie Tobias Bischoff, seit 2005 Student der Kulturpädagogik an der Hochschule Niederrhein.

Foto Tobias
Tobias Bischhoff, Student der Kulturpädagogik
am Fachbereich Sozialwesen

Bereits bei Aufnahme des Studiums konnte er einen arbeits- und erlebnisreichen Lebenslauf vorweisen. So ist der 25-jährige gebürtige Neusser heute nicht nur Student im zweiten Semester, sondern auch gelernter Veranstaltungskaufmann und mit seinem Ein-Mann-Unternehmen „Mad For it Entertainment“ erfolgreich im Event-Business unterwegs. Seine Referenzen zeugen von einem großen Erfahrungsschatz in den Bereichen Veranstaltungsbetreuung, Organisation und Durchführung von Konzerten, Lesungen und Festivals – wohlgemerkt verbunden mit Namen wie Bettina Böttinger, Tomte, Elke Heidenreich, Roger Wilemsen oder Cordula Stratmann und besucherstarken Events wie dem Köln Comedy Festival, dem Christopher Street Day, dem Ringfest oder der Litcologne.

Neugier nicht verloren

„Was als reines Hobby begann, hat mittlerweile größere Ausmaße angenommen als anfangs gedacht ...“, blickt Bischoff zurück und klingt dabei selbst ein wenig erstaunt. Dabei war für ihn bereits in jungen Jahren klar, dass sein späteres Berufsfeld im Veranstaltungsbereich liegen würde. „Schon in der Grundschule besuchte ich regelmäßig Konzerte, Kabarett- und Comedy-Veranstaltungen“, erinnert sich Bischoff, „und dabei versuchte ich stets auch einen Blick hinter die Kulissen zu bekommen.“ Die kindliche Neugier verlor sich nicht, sie verstärkte sich. Dem Fachabitur im Bereich Sozial- und Gesundheitswesen folgte ein Jahr mit Praktika in verschiedenen Düsseldorfer Institutionen. „Prägend war hierbei mein sechsmonatiges Praktikum im damals noch nicht etablierten Savoy Theater, bei dem ich dem Intendanten bei der Programmplanung der Saison assistieren durfte. Hier wurde mir klar, dass meine Stärken insbesondere in der Entdeckung neuer Künstler und Projekte sowie in der Organisation und Kommunikation mit Agenturen liegt.“ Das sagt er, als sei es selbstverständlich, tagein, tagaus mit großen Namen zu verkehren. „Natürlich war ich anfangs ein bisschen unsicher. Aber mit zunehmender Erfahrung wird man souveräner. So lange man jedem Menschen mit Respekt begegnet, kann eigentlich nichts schief gehen. Natürlich gerät man auch an schwierige Künstler, doch diese sind eher die Ausnahme als die Regel.“

Neue Perspektiven durch Hochschulstudium

Als im Jahr 2001 die Ausbildung zum Veranstaltungskaufmann eingeführt wurde, gehörte Tobias Bischoff zum ersten offiziellen Ausbildungsjahrgang. Zweieinhalb Jahrelang lernte er in Theorie und Praxis, worauf es bei der Organisation von Festivals, Special Events und sonstigen Pojekten ankommt. Nach Abschluss der Ausbildung folgten die Mitarbeit beim Management von Charlotte Roche und Cordula Stratmann und diverse Aufträge als freier Mitarbeiter. Dies ist bis heute so geblieben.

Warum dann noch ein Studium zum Kulturpädagogen? „Meine Ausbildung war fundiert und wichtig, deckte jedoch in erster Linie den kommerziellen Bereich ab. Im Studium lerne ich viele neue Bereiche kennen, zum Beispiel die verschiedenen Aspekte der Bildungsvermittlung. Und dann eröffnet ein Hochschulstudium natürlich auch weitergehend berufliche Perspektiven.“

Nebenbei will Bischoff weiterhin im Veranstaltungsbereich agieren, sieht hierin die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Zukunft: „Ohne praktische Erfahrung läuft nichts im Event- und Kulturmanagement, darüber sollte sich jeder Student im Klaren sein, der in diesem Bereich arbeiten will“, rät Bischoff.

Audimax
Kritischer Blick ins Audimax,
wo Tobias Bischoff bisher nur Vorlesungen hörte
und im Mai eine anspruchsvolle Lesung organisiert.

Heimspiel mit Harry Rowohlt

Seine nächste eigene Veranstaltung ist übrigens ein Heimspiel: Am Dienstag, dem 30.Mai, veranstaltet „Mad for it Entertainment“ eine Lesung im Audimax der Hochschule Niederrhein mit dem Hamburger Übersetzer und Rezitator Harry Rowohlt. Wem dieser kein Begriff ist: Er zeichnet für zahlreiche Übersetzungen aus dem Englischen ins Deutsche verantwortlich, zum Beispiel A.A. Milnes „Pu der Bär“ oder Frank Mc-Courts Bestseller „Die Asche meiner Mutter“. Weniger Belesene kennen sein Gesicht vielleicht aus der „Lindenstraße“, wo er sich in regelmäßigen Abständen – stets mit einem klugen Zitat auf den Lippen – blicken lässt. „Es wäre toll, wenn sich das Audimax ab 19 Uhr so richtig füllen würde“, wünscht sich Bischoff und bietet Studenten ermäßigte Tickets für zehn Euro an, die unter anderem bei Copy and More erhältlich sind. Die erste Veranstaltung des Kulturpädagogik-Studenten auf dem Campus soll keine Einzelveranstaltung bleiben, bei gutem Publikumszuspruch ist eine Reihe geplant. Na dann los: Holen wir die großen Erzähler nach Mönchengladbach!

vor der Tür
Nicht allein auf weiter Flur stehen will Tobias Bischoff,
wenn er am 30. Mai 2006 Harry Rowohlt zu Gast hat.

Autorin: Tanja Kulig, Webredaktion

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